Prof. Dr. Christian Stummeyer auf der Bühne des AKDB Kommunalforums, hinter ihm auf einer großen Leinwand die Kurve zum Generationenwechsel mit den Beschriftungen Traditionelle Bürger/innen, Digital Immigrants und Digital Natives

Rückblick · Keynote · 10. Oktober 2024 · München

Die Verwaltung, mein Partner6. AKDB Kommunalforum auf dem Nockherberg

Über tausend Menschen aus Kommunen, Behörden und Ministerien an einem Tag auf dem Nockherberg. Prof. Dr. Christian Stummeyer sprach im Hauptprogramm darüber, was Künstliche Intelligenz für den Bürgerservice bedeutet – und am Ende lief ein Lied, das es morgens noch nicht gab.

AKDB – Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern Veranstalterin · Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern (AKDB), München
Fotos: Philipp Guelland / AKDB
Datum
10. Oktober 2024
Anlass
6. AKDB Kommunalforum, „digital.einfach.machen.“
Ort
Paulaner am Nockherberg, München
Publikum
Über 1.000 Teilnehmende aus Kommunen, Behörden und Ministerien
Format
Keynote im Auditorium, danach Diskussionsrunde

Worum es ging

Die Verwaltung diskutiert über Künstliche Intelligenz meist als Beschaffungsvorgang. Auf dem Nockherberg ging es um etwas anderes: um den Bürger, der seine Behörde längst mit dem vergleicht, was er sonst an jedem Tag bedient.

Die AKDB ist der größte kommunale IT-Dienstleister Bayerns, ihr Kommunalforum die Jahresversammlung der bayerischen Verwaltungsdigitalisierung. Zum sechsten Mal lud sie unter dem Motto „digital.einfach.machen.“ auf den Nockherberg; nach Angaben der Veranstalterin kamen über tausend Teilnehmende, es sprachen 75 Referenten, vier Fachforen und dreißig Ausstellungspartner liefen parallel. Prof. Dr. Christian Stummeyer hielt im Hauptprogramm die Keynote „Die Verwaltung, mein Partner: Wie neue Technologien den Bürgerservice revolutionieren“.

Der Vortrag begann mit einem Diagramm ohne Beschriftung und der Frage an die Zuhörenden, was darauf zu sehen sei. Es war die Statistik, wie sich Ehepaare kennengelernt haben: Über Freunde, über die Familie, in der Nachbarschaft – bis eine Kurve alles überholt, die online verläuft. Wer diesen Einstieg verstanden hat, versteht auch den Rest: Zwischen Anbieter und Nachfrager schiebt sich eine Schicht, die vorher nicht da war. In der Verwaltung heißt der Nachfrager Bürgerin und Bürger.

Renommierte Experten wie der IT-Sicherheitsrechtler Dennis-Kenji Kipker und Professor Christian Stummeyer brachten ihre wissenschaftliche Perspektive ein. Kommune21, Fachmagazin für E-Government, im Nachbericht zum Kommunalforum
Prof. Dr. Christian Stummeyer im Profil auf der blau ausgeleuchteten Bühne des Nockherbergs, mit Headset-Mikrofon und Presenter in der Hand
Keynote im Auditorium des Paulaner am Nockherberg. Foto: Philipp Guelland / AKDB

Der Zuschnitt

Eine Kurve, die für dieses Publikum umgeschrieben wurde

Große Leinwand mit der Kurve zum Generationenwechsel von 2000 bis 2030, das Wort Bürger/innen rot hervorgehoben, davor steht Prof. Dr. Christian Stummeyer mit offenen Armen
Nicht Konsumenten, sondern Bürgerinnen und Bürger: die Generationenkurve in der Fassung für das Kommunalforum. Foto: Philipp Guelland / AKDB

Ein einziges Wort auf dieser Folie zeigt, wie weit der Vortrag auf das Haus zugeschnitten war. Wo sonst „Traditionelle Konsumenten“ steht, stand hier rot hervorgehoben „Bürger/innen“. Die Kurve selbst beschreibt einen Generationenwechsel, der sich nicht verhandeln lässt: Digital Natives, aufgewachsen mit dem Smartphone, sind ab Mitte der zwanziger Jahre in der Mehrheit – als Bürgerinnen und Bürger, als Beschäftigte, als Antragsteller.

Daraus folgen die vier Eigenschaften, die der Vortrag dem Bürger der Zukunft zuschreibt, und alle vier sind aus dem Amt heraus formuliert: Bürger sind mobil vernetzt. Zahlung ist virtuell. Bürger mögen es bequem und erwarten ein nahtloses Erlebnis. Und Bürger lassen sich sanft leiten – Nudging, im Behördenkontext eine Frage, die Verwaltung und Bürgerschaft gleichermaßen angeht.

Die komplette Keynote

Siebenundzwanzig Minuten vom Nockherberg

Der Mitschnitt zeigt den Vortrag vollständig – vom Einstieg über die Vorführungen bis zum Schlussbild. Wer wissen will, wie eine KI-Keynote vor einem Verwaltungspublikum klingt, sieht es hier in voller Länge statt in Ausschnitten.

Auf der Leinwand

Was an diesem Tag live lief

Der Einstieg

Ein Diagramm, bevor jemand weiß, was es zeigt

Eine Stanford-Erhebung dazu, wie sich Ehepaare kennengelernt haben. Die Online-Kurve überholt Freunde, Familie und Nachbarschaft. Aus dem Beispiel wird der rote Faden: Zwischen zwei Seiten schiebt sich eine neue Schicht.

Live am System

Ein Rechtsgutachten, während alle zusehen

Juristische Texte gelten als das, was eine Maschine nicht kann. Im Vortrag entstanden sie auf der Leinwand – als Maßstab dafür, wo die Modelle inzwischen stehen, und nicht als Urteil über einen Beruf.

Der Zwilling

Auf der Leinwand spricht er, daneben steht er

Ein digitaler Avatar mit Gesicht und Stimme des Redners übernimmt einen Teil des Vortrags. Kaum eine Vorführung macht schneller klar, wie weit die Technik ist – und welche Frage nach Nachvollziehbarkeit daraus folgt.

Die andere Seite

Halluzination, mitten im Vortrag

Ein Sprachmodell formuliert überzeugend, auch wenn das Ergebnis falsch ist. Für eine Behörde, die Bescheide begründen muss, ist das keine akademische Frage. Sie bekam deshalb eine eigene Folie, nicht eine Fußnote am Ende.

Der Maßstab

121 Punkte im Test einer Mensa-Organisation

Wenige Wochen vor dem Forum erreichte ein damals neues Modell diesen Wert im IQ-Testverfahren von Mensa Norwegen. Die Zahl beschreibt einen Messstand vom September 2024 – und vor allem die Geschwindigkeit, in der er sich verschiebt.

2030

Der Reisepass, den niemand beantragt hat

Prädiktive Verwaltung, erzählt aus der Sicht eines Bürgers: Der neue Pass liegt eines Morgens im Briefkasten, rechtzeitig vor einer längst gebuchten Reise. Kein Antrag, kein Termin, kein Amtsgang.

Zum Schluss

Und dann sang eine KI über den Nockherberg

Am Ende lief ein Musikstück, das es für diesen Tag und für keinen anderen gibt. Im Text stehen der Nockherberg, das AKDB Forum und der Fachkräftemangel – das Publikum bekam damit ein Ergebnis in die Hand, kein Versprechen.

Auf dem Nockherberg, da treffen wir uns heut’, das AKDB Forum, wo Wissen uns erfreut. Aus dem Lied, das für das 6. AKDB Kommunalforum erzeugt wurde

Es ist der Moment, der auf solchen Veranstaltungen am längsten hängen bleibt, und zugleich das ehrlichste Argument des Vortrags: Was eben noch Vorführung war, ist am Schluss etwas, das vorher nicht existierte.

Prof. Dr. Christian Stummeyer mit offener Hand auf der Bühne des Nockherbergs, im Hintergrund unscharf die große Leinwand
Foto: Philipp Guelland / AKDB

Das Hauptprogramm

Wer an diesem Tag sonst auf der Bühne stand

Keynote Prof. Dr. Christian Stummeyer Professor für Wirtschaftsinformatik, Keynote Speaker, CSP „Die Verwaltung, mein Partner: Wie neue Technologien den Bürgerservice revolutionieren“
Hauptprogramm Prof. Dr. Dennis-Kenji Kipker IT-Sicherheitsrechtler Cybersicherheit und Recht – von Kommune21 gemeinsam mit Prof. Stummeyer als wissenschaftliche Perspektive des Tages genannt
Hauptprogramm Vince Ebert Physiker, Kabarettist und Bestsellerautor Von Kommune21 als besonderes Highlight beschrieben: Digitalisierung und KI, humorvoll beleuchtet

Insgesamt sprachen an diesem Tag 75 Referentinnen und Referenten – im Auditorium und in vier Fachforen für Kämmerei, Personalamt, Bürgerbüro, Kita-Verwaltung, Verkehrsamt und Bauhof. Dazu kamen Vertreter des Bayerischen Staatsministeriums für Digitalisierung und eine Ausstellung mit dreißig Partnern.

Prof. Dr. Christian Stummeyer sitzt im Sessel auf der Bühne und spricht in einer Diskussionsrunde, im Vordergrund unscharf weitere Teilnehmende der Runde
Nach der Keynote folgte auf derselben Bühne die Diskussionsrunde. Foto: Philipp Guelland / AKDB

Häufige Fragen

Zu dieser Keynote

Funktioniert eine KI-Keynote vor einem Publikum aus der Verwaltung?

Auf dem Kommunalforum saßen über tausend Menschen aus Kommunen, Behörden und Ministerien. Der Vortrag hat seine Beispiele deshalb aus dem Amt geholt – Bürgerservice, Fachkräftemangel, Antragsverfahren – und sogar das Grundlagendiagramm auf Bürgerinnen und Bürger umgeschrieben statt auf Konsumenten.

Wurden auch Risiken behandelt?

Ja, und nicht als Anhang. Halluzination bekam eine eigene Folie mitten im Vortrag. Für eine Behörde, die jeden Bescheid begründen muss, ist die Frage, wie verlässlich eine Maschinenantwort ist, der Punkt, an dem ein Vorhaben gelingt oder scheitert.

Was ist der digitale Avatar?

Ein KI-erzeugter Zwilling mit Gesicht und Stimme des Redners, der während des Vortrags einen Teil übernimmt, während das Original daneben steht. Die Vorführung ersetzt eine Erklärung – das Publikum sieht in wenigen Sekunden, was möglich ist und welche Fragen daraus folgen.

Lässt sich der Vortrag auf andere Häuser übertragen?

Ja. Inhalt, Beispiele und Ansprache werden auf Anlass, Haus und Teilnehmerkreis zugeschnitten – vom Landratsamt bis zur Jahresveranstaltung eines IT-Dienstleisters. Eine Übersicht der Keynotes steht auf Keynote Speaker KI.

Anfrage

Ihre Jahresveranstaltung soll Digitalisierung zeigen, nicht behaupten?

Prof. Dr. Christian Stummeyer hält Keynotes zu Künstlicher Intelligenz vor Kommunen, Behörden, Kammern, Verbänden und Unternehmen. Erzählen Sie kurz, welche Häuser bei Ihnen vertreten sind und welcher Anlass geplant ist – Sie bekommen eine Einschätzung, ob und in welcher Form die Keynote passt.

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