
Rückblick · Keynote · 8. Juli 2025 · Sayner Hütte
Kunde der ZukunftKI für Marketing und Sales im Küchen- und Möbelhandel
Keynote von Prof. Dr. Christian Stummeyer vor über 200 Gästen des SHD Forum 2025 – im Industriedenkmal Sayn bei Bendorf am Rhein.
- Datum
- 8. Juli 2025
- Veranstaltung
- SHD Forum 2025
- Ort
- Industriedenkmal Sayn, Bendorf
- Publikum
- über 200 Gäste der Möbel- und Küchenbranche
- Format
- Keynote auf der Mainstage
Worum es ging
Ein Softwarehaus lädt seine Branche in eine 250 Jahre alte Eisenhütte – und stellt die Frage, die den Möbel- und Küchenhandel gerade umtreibt: Was passiert, wenn der Kunde nicht mehr sucht, sondern fragt?
Prof. Stummeyer begann nicht bei der Technologie, sondern beim Verhalten. Sein Einstieg war eine Langzeitstudie aus der Sozialforschung: Jahrzehntelang dominierten dort dieselben vertrauten Wege, bis innerhalb weniger Jahre ein einziger neuer Kanal alle anderen überholte. Die Pointe für den Saal: Kundenverhalten kippt nicht langsam. Es kippt, sobald ein Kanal spürbar besser funktioniert.
Für die Branche im Raum machte er das an Zahlen fest. Nach dem HDE-Online-Monitor liegt der deutsche B2C-Onlineumsatz bei rund 90 Milliarden Euro und wächst seit 2014 um etwa zehn Prozent im Jahr. Ein einziger Anbieter hält dabei rund 60 Prozent Marktanteil am deutschen Onlinehandel. Wer im Möbelhandel über Sichtbarkeit spricht, spricht also längst nicht mehr nur über die eigene Website.
Dahinter steht ein demografischer Befund, den er über eine Kurve der aktiven Bevölkerung auflegte: Die Digital Natives sind inzwischen in der Mehrheit, und die Kunden der Zukunft sind längst geboren. Generation Y, Z und Alpha erwarten eine „Amazonisierung“ von Prozessen – im Privatkauf ebenso wie im B2B-Einkauf. Daraus leitete er die Trends ab, die den Handel gerade verschieben: Kunden sind mobil vernetzt, sie finden statt zu suchen – „zufällig“ im Social Commerce, getragen von Micro-Influencern und nutzergenerierten Inhalten –, und sie erwarten „Ultra Convenience“, also ein Kauferlebnis, das sie kaum noch als Kauf wahrnehmen.
Im Video
„KI wird die Küchen- und die Möbelbranche verändern“
SHD hat die Keynote-Speaker des Forums gefragt, welche Rolle Künstliche Intelligenz in fünf Jahren in der Branche spielen wird. Der Beitrag startet direkt bei der Antwort von Prof. Stummeyer.
„Wir haben Modelle der generativen KI, die schon heute einen IQ von 130 haben. Das wird weiter steigen – und die Systeme werden produktiv eingesetzt.“
Sein Punkt dabei: Nicht die Rechenleistung entscheidet, sondern die Integration. Erst wenn KI nahtlos in bestehende Unternehmensprozesse einzieht, entfaltet sie ihren Wertbeitrag.
Aus dem Vortrag
Was live auf der Bühne lief
Der Vortrag arbeitete mit laufenden Systemen statt mit Screenshots – und mit Beispielen, die durchgehend aus dem Möbel- und Küchenhandel stammten.

Ein Werbemotiv aus dem Küchenstudio, in Minuten
Live erzeugt: „Weibliche Kundin (33 Jahre alt, blond) in einem Küchenstudio eines Möbelhauses in Deutschland, sehr realistisch wie ein Hochglanzfoto, aufgenommen mit einer Canon-Kamera“ – fertig als Anzeigenmotiv mit dem Claim „IHR FIRMENNAME ist die beste Adresse“. Daneben das Ergebnis derselben Eingabe aus dem Oktober 2022 als Beleg, wie schnell sich die Qualität verschoben hat. Dazu der Blick auf die Modellvielfalt und auf LoRA, mit dem Händler eigene Produkte in ein offenes Bildmodell holen, ohne es neu zu trainieren.
„Suche passenden Lounge Chair“
Das Szenario, das im Saal am längsten nachhallte: Der Kunde lädt einfach ein Foto seiner Wohnung in ein KI-System. Die KI analysiert Stil und Preisbereitschaft und unterbreitet passende Vorschläge – und der Händler kommt in dieser Kette nur noch vor, wenn das System ihn vorschlägt.
Was andere Branchen schon machen
Zwei Beispiele aus dem laufenden Betrieb: Zalando mit personalisierten Empfehlungen, virtueller Stilberatung und Kundenanfragen in Echtzeit, Expedia mit maßgeschneiderten Reiserouten und Buchungen direkt im Chat. Der Punkt für den Möbelhandel: Diese Erwartungshaltung bringen Kunden mit, wenn sie ins Küchenstudio kommen.
Wie klug sind diese Systeme inzwischen?
Anhand laufend erhobener Testwerte von trackingAI.org zeigte er, wo Sprachmodelle im IQ-Testverfahren der norwegischen Mensa stehen: Das Spitzenmodell OpenAI o3 erreicht dort über 130 Punkte. Dazu die Einordnung von Gartner, wonach KI-Systeme zu handelnden Agenten werden.
Der Redner als KI-Klon
Auf der Leinwand trat sein eigener digitaler Avatar auf – in seinem Gesicht, in seiner Stimme. Ein Beispiel, das die Möglichkeiten und die Fragezeichen generativer Medien in derselben Minute sichtbar macht.
Predictive Selling – wenn die Ware einfach kommt
Zum Schluss der Blick nach vorn: Kunden lassen sich durch Nudging sanft leiten, und 2030 wird Kaufen prädiktiv. Erzählt an einer Szene, die im Saal für Gelächter und Nachdenken zugleich sorgte – der neue Schnellkochtopf, der morgens ungefragt vor der Wohnungstür steht und abends zum ersten Mal benutzt wird.
„Die Kunden der Zukunft sind schon geboren – und sie sind Digital Natives.“
Der Ort
Eine Eisenhütte von 1769 als Bühne
SHD hatte für das Forum 2025 erstmals das Industriedenkmal Sayn gewählt – eine Gießhalle aus gusseisernen Säulen und Rundbogenfenstern, in der sonst Konzerte stattfinden. Zwischen den Säulen standen 23 Aussteller, davor lief das Bühnenprogramm.

Das Bühnenprogramm
Wer sonst noch auf der Mainstage stand
Das Bühnenprogramm war umfangreicher – aufgeführt sind hier die Vorträge, die der MÖBELMARKT in seinem Nachbericht zur Veranstaltung namentlich nennt.
Berichterstattung
Was die Fachpresse daraus gemacht hat
Zum Programm der Veranstaltung gehörten zahlreiche Expertenvorträge: Prof. Dr. Christian Stummeyer hielt eine Keynote zum Thema „Kunde der Zukunft: AI für Marketing und Sales im Küchen- und Möbelhandel“.
Inhaltliche Top-Themen waren unter anderem die Keynote von Prof. Dr. Christian Stummeyer – von KI-Anwendungen in Vertrieb und Marketing über Cybersecurity bis zur Präsentation neuer SHD-Produkte.
Zwei Tage Branchentreff in der Sayner Hütte in Bewegtbild – Bühne, Ausstellung und die Gespräche dazwischen.
In den nächsten fünf Jahren wird sich unsere Branche stärker verändern als in den letzten fünfzig Jahren zusammen. Die Spielregeln ändern sich und wir müssen bereit sein, in neuen Dimensionen zu denken.
Häufige Fragen
Passt diese Keynote zu Ihrem Branchenevent?
Für welche Veranstaltungen eignet sich dieser Vortrag?
Für Hausmessen, Partner- und Kundenforen von Software- und Systemhäusern, für Verbands- und Branchentreffen im Handel sowie für Tagungen von Einkaufsverbänden. Überall dort, wo Geschäftsführung, Marketing und Vertrieb eines Handelsunternehmens zusammensitzen und wissen wollen, was generative KI für ihr Geschäft bedeutet – nicht, wie ein Sprachmodell technisch funktioniert.
Wie stark wird auf die Branche eingegangen?
Vollständig. In Sayn liefen sämtliche Beispiele aus dem Möbel- und Küchenhandel: ein live erzeugtes Anzeigenmotiv aus dem Küchenstudio, Marktzahlen des HDE-Online-Monitors zum deutschen Onlinehandel, ein Kaufszenario mit Wohnungsfoto und Lounge Chair. Diese Anpassung ist Teil der Vorbereitung und wird im Vorfeld mit dem Veranstalter abgestimmt.
Was bedeutet der Vortrag für Händler ganz konkret?
Drei Dinge: Der Onlinehandel ist auf wenige große Plattformen konzentriert – allein ein Anbieter hält rund 60 Prozent Marktanteil, Sichtbarkeit verlagert sich also weg von der eigenen Website. Kunden lassen sich zunehmend von KI-Systemen beraten, die Produkte vorschlagen, statt selbst zu suchen. Und die Generation, die so einkauft, ist bereits in der Mehrheit. Die Technik dafür ist da; die Frage ist, ob der Händler in diesen Vorschlägen vorkommt.
Gibt es Material zum Nachlesen?
Ja. Zu jeder Keynote gibt es ein Handout zum Abruf, das am Ende des Vortrags angeboten wird.
Hält Prof. Stummeyer auch englischsprachige Vorträge?
Ja. Das SHD Forum richtete sich 2025 erstmals an ein internationales Publikum; Keynotes in englischer Sprache sind ebenso möglich wie deutsche.
Anfrage
Ein Branchenevent, bei dem alle etwas mitnehmen?
Prof. Dr. Christian Stummeyer hält Keynotes zu generativer KI vor Handel, Mittelstand und Fachpublikum – in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Erzählen Sie kurz, wer an Ihrem Forum teilnimmt; den Rest bespricht er mit Ihnen.
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