
Rückblick · Keynote · 5. September 2026 · Berlin
Künstliche Intelligenz und DigitalisierungKeynote auf dem 10. Berliner Symposium Technische Orthopädie
Vor rund 150 Ärztinnen und Ärzten, Orthopädietechnikern und Praxisteams im nhow Berlin – beim Jubiläumssymposium der Seeger Akademie.
- Datum
- 5. September 2026
- Anlass
- TOP 2026 – 10. Berliner Symposium
- Ort
- nhow Berlin
- Publikum
- rund 150 Fachleute
- Format
- Keynote im Hauptprogramm
Worum es ging
Ein Fachsymposium verträgt keinen Vortrag von der Stange. Wer vor Orthopädinnen, Orthopädietechnikern und Praxisteams über KI spricht, muss über deren Arbeitsalltag sprechen – sonst bleibt es Unterhaltung.
Das TOP Symposium der Seeger Akademie feierte 2026 sein zehnjähriges Bestehen. Zwei Tage, fünf wissenschaftliche Blöcke – Neuroorthopädie, Begutachtung und Rechtsfälle aus Klinik und Praxis, Universitätsorthopädie, Knorpeltherapie der großen Gelenke, Optimierung in Klinik und Praxis –, dazu Workshops und ein Junges Forum für den Berufsnachwuchs. Die wissenschaftliche Leitung liegt bei Dr. med. Alexander Beier und Dr. med. Volker Laute.
Die Keynote am Samstagmorgen war entsprechend umgebaut: Der Anwendungsteil bestand nicht aus Unternehmensbeispielen mit medizinischem Anstrich, sondern aus Praxisalltag – von der Dokumentation über Patientendialoge bis zu der Frage, wie eine Praxis in KI-Antworten überhaupt noch vorkommt.
Das Rednerfeld
Drei Keynotes, drei Blickwinkel auf das Gesundheitswesen
Der Veranstalter stellte den Keynotes einen eigenen Programmpunkt voran – unter der Überschrift „TOP Speaker".
Aus der Keynote
Auf die orthopädische Praxis zugeschnitten

Neun Felder aus dem Praxisalltag
Terminvereinbarung und Patientendialoge, Dokumentation, Arztbriefe und Befunde, Zusammenfassungen von Studien und Leitlinien, Differenzialdiagnosen als Zweitmeinung, Patienteninformationen und Übungspläne, Übersetzungen und einfache Sprache, Aus- und Fortbildung, Qualitätsmanagement und Abrechnung. Verbunden mit einem ausdrücklichen Vorbehalt: Verantwortung, Entscheidung und Empathie bleiben menschlich – und der Datenschutz gilt immer.
Wo KI in der Medizin gerade nicht gut ist
Eine eigene Folie widmete sich den Grenzen: KI hat medizinisches Prüfungswissen weitgehend geknackt, ärztliche Kompetenz aber noch lange nicht. Bemerkenswert dabei, dass Menschen und Maschinen nicht dieselben Fragen schwierig finden – KI ist schwächer bei situationsabhängigen, rechtlichen und ethischen Entscheidungen, Menschen bei Faktenwissen und Mustererkennung. Und hohe Prüfungsleistung ist nicht gleich klinische Einsatzreife.
„Ich suche eine gute Orthopädin in Würzburg"
Der für Praxen folgenreichste Block: Patientinnen und Patienten informieren sich zunehmend über KI-Systeme, bevor sie eine Praxis überhaupt kontaktieren. Solche konversationellen Anfragen funktionieren anders als der Suchbegriff „Orthopäde Würzburg" – und entscheiden mit darüber, welche Praxis künftig genannt wird.
Bilder, Avatar und die dunkle Seite
Live erzeugte Motive – darunter eine Szene aus einer modernen orthopädischen Praxis –, der digitale Avatar des Redners auf der Leinwand und ein eigener Abschnitt zu Halluzinationen, Datenschutz und gefälschten Inhalten.
Impressionen
Im Saal des nhow Berlin



Fotos: Peter Adamik
Rückmeldung des Veranstalters
„Ein äußerst interessanter, praxisnaher und inspirierender Beitrag"
Wir waren mit der Zusammenarbeit rundum sehr zufrieden. Herr Prof. Stummeyer hat mit seiner Keynote einen äußerst interessanten, praxisnahen und inspirierenden Beitrag zu unserem Symposium geleistet. Die Inhalte waren aktuell, verständlich aufbereitet und haben bei unseren Teilnehmerinnen und Teilnehmern großen Anklang gefunden.
Der Vortrag war nicht nur interessant, spannend und lehrreich, sondern auch lebendig und anschaulich vorgetragen. Prof. Stummeyer hat interessante und nachdenkliche Impulse gegeben. Vielen herzlichen Dank dafür.
Teilnehmerin · 6. September 2026Top und alles auf den Punkt gebracht, hat die Leute abgeholt und auch lustige Anmerkungen gemacht. Das hat den Vortrag spannend und kurzweilig gemacht.
Teilnehmer · 6. September 2026Häufige Fragen
Einen Redner für Ihre medizinische Fachveranstaltung?
Für welche Veranstaltungen im Gesundheitswesen eignet sich die Keynote?
Für ärztliche Fortbildungen und Fachsymposien, Kongresse von Fachgesellschaften und Verbänden, Veranstaltungen von Kliniken, Kammern und Sanitätshäusern sowie Kundenveranstaltungen von Medizintechnik-Herstellern. In Berlin saßen Ärztinnen und Ärzte, Orthopädietechnik und Praxisteams gemeinsam im Saal.
Wie fachlich wird der Vortrag zugeschnitten?
Der gesamte Anwendungsteil wird umgebaut. Für das TOP Symposium hieß das: Beispiele aus der Praxisverwaltung statt aus dem Vertrieb, Anwendungsfelder von der Arztbriefdokumentation bis zur Patienteninformation, und eine eigene Auseinandersetzung mit der medizinischen Leistungsfähigkeit von Sprachmodellen – einschließlich ihrer Grenzen.
Wird KI unkritisch dargestellt?
Nein. Zum festen Bestandteil gehören Halluzinationen, Datenschutz und gefälschte Inhalte – und bei medizinischem Publikum zusätzlich die Feststellung, dass hohe Prüfungsleistung von KI nicht mit klinischer Einsatzreife zu verwechseln ist. Verantwortung, Entscheidung und Empathie bleiben beim Menschen.
Was bedeutet das Thema Auffindbarkeit für eine Praxis?
Patientinnen und Patienten fragen zunehmend KI-Systeme nach einer Empfehlung, statt zu suchen. Wer dort nicht auftaucht, fällt aus der Vorauswahl – unabhängig vom Google-Ranking. Der Vortrag zeigt an konkreten Beispielen, worin sich solche Anfragen von klassischen Suchbegriffen unterscheiden.
Anfrage
Eine Fortbildung, die den Praxisalltag trifft?
Prof. Dr. Christian Stummeyer spricht über generative KI vor Ärztinnen und Ärzten, Kliniken, Kammern und Gesundheitsunternehmen – mit Beispielen aus dem jeweiligen Fachgebiet statt aus dem Lehrbuch. Erzählen Sie kurz, wer an Ihrem Kongress teilnimmt.
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